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  5. Boom durch Pandemie: Telemedizin im Aufschwung
Mann mit Laptop auf dem Sofa in einer Videokonferenz mit seinem Doktor

Telemedizin: Pandemie verleiht medizinischer Fernbetreuung Schub

Wenn Gesundheitsversorgung über räumliche Distanz mit Hilfe von Kommunikations- und Informationstechnologie erbracht wird, spricht man von Telemedizin. Das Spektrum an medizinischen Leistungen reicht dabei von der Beratung und Diagnostik bis hin zur Therapie und Rehabilitation.  

Insbesondere die aktuelle, pandemische Lage hat weltweit zur starken Verbreitung und Etablierung von telemedizinischen Diensten beigetragen. Ärztliche Versorgung beschränkt sich damit nicht länger auf den Praxis- oder Klinikbesuch, sondern ist ortsunabhängig und zeitlich flexibler als früher verfügbar.  

Vorteile von Telemedizin für die Bevölkerung 

Gerade für Patienten, die in ländlichen Regionen wohnen oder auf Grund von Behinderung, Krankheit oder Alter nicht mobil sind oder wie gewohnt am regulären Alltag teilnehmen können, bedeutet dies einen erleichterten Zugang zu medizinischer Versorgung. Sie können sich mittels Videotelefonie oder per App mit einem Arzt verbinden, sich Rat holen oder eine Diagnose erstellen lassen. Telekonsultation und Telediagnostik schließen damit eine wichtige, bisherige Versorgungslücke. 

Durch den Aufbau einer Telematik-Infrastruktur (TI) arbeitet Deutschland zusätzlich auf eine breite Vernetzung des Gesundheitswesens hin, was Telemedizin in Deutschland weiter befördern wird. Nicht zuletzt sind seit 2019 alle niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten an die TI angeschlossen, seit 2020 auch Krankenhäuser und Apotheken. Ziel dabei ist es, die Akteure im Gesundheitswesen durchgehend zu vernetzen und auch die Patienten über die elektronische Patientenakte (ePA) aktiv an ihrer eigenen Gesundheitsfürsorge partizipieren zu lassen.  

Ende 2020 wurde überdies die gesetzliche Grundlage für die Erstattung von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) geschaffen, wodurch ausgewählte, telemedizinische Anwendungen seit Anfang 2021 verschreibungsfähig sind: zu den bereits zugelassenen Smartphone-Anwendungen im DiGA-Verzeichnis zählen u.a. Apps im Bereich der Schlafstörungen, Depressionen, Tinnitus, Migräne oder Neurodermitis. 

Wo überall wird Telemedizin eingesetzt? 

Nicht nur für Patienten, auch für die medizinischen Leistungserbringer spielt Telemedizin inzwischen eine tragende Rolle: so setzen Ärzte in ihrem Praxis- oder Klinikalltag nicht nur im Arzt-Patienten-Verhältnis, sondern vielfach auch untereinander und sektorenübergreifend auf Telekonsultation, um sich beispielsweise eine diagnostische Zweitmeinung oder Entscheidungsunterstützung durch einen anderen Arzt oder künstliche Intelligenz (KI) einzuholen. 

Ob Teledermatologie, Telekardiologie, Telechirurgie oder Teleneurologie – in diesen und weiteren medizinischen Bereichen können sich Ärzte zu Gunsten einer besseren Versorgung von Patienten telemedizinisch vernetzen und unterstützen lassen.  

Bei der Telechirurgie werden beispielsweise OP-Instrumente oder robotische Systeme computerassistiert ferngesteuert, um operative Eingriffe auch über räumliche Distanz durchführen zu können. 

In der Radiologie sind Ärzte bereits seit vielen Jahren telemedizinisch vernetzt, um weltweit Röntgenbilder zu versenden und zu befunden. Dermatologen setzen Tele-Technologie ein, um Hautprobleme via Foto oder Video aus Distanz zu bewerten und zu entscheiden, ob eine ärztliche Vorsprache notwendig ist. 

Aktuell kommen viele weitere, medizinische Teilbereiche hinzu: beispielsweise die Pathologie, die zukünftig verstärkt auf Fernauswertungen zu digital übermittelten Laborbefunden setzt. 

Auch in der Psychiatrie und psychotherapeutischen Versorgung ergänzt die Telemedizin die Art und Weise, wie Behandlungen erbracht werden: angesichts der Corona-Pandemie ist Videotelefonie über Video-Messenger derzeit der Regelfall. 

Telemonitoring – Live-Überwachung von Patienten 

Mit dem großen Bereich Telemonitoring wird die telemedizinische Überwachung von Gesundheitszuständen des Patienten in Echtzeit oder von dessen Einhaltung oder Fortschritt bei Therapieplänen möglich. So können beispielsweise EEG- und EKG-Daten und Blutuntersuchungswerte über eine Smarthone-App oder andere digitale Endgeräte mittels Internetverbindung an den Behandler zurückgemeldet werden – und dieser interveniert bei Bedarf. 

Ebenso kann ein Reha-Therapieprogramm via Telemonitoring durchgeführt werden, um die optimale Einhaltung und Ausführung von Heilungsprogrammen zu gewährleisten. Dabei kommen häufig Sensoren zum Einsatz, welche die beanspruchten Körperpartien und Muskeln an die Behandler, Therapeuten oder die Trainingssoftware zurückmelden. 

Solche Biofeedback-Produkte werden auch häufig in der Telemetrie eingesetzt, also überall dort, wo Vitaldaten und medizinische Messwerte über entsprechende Datenverbindungen ausgetauscht werden. 

Leben retten mit Telemedizin 

Nicht zuletzt profitiert auch die Notfallmedizin stark von telemedizinischen Diensten: so setzen viele Rettungskräfte bereits auf Telekonsultation per Videocall mit dem Notarzt am Unfallort, wenn dieser erst später eintrifft. Auch bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kann durch telemediale Begleitung eine optimale Patientensicherheit durch umfassendes Wissen sichergestellt werden. 

Fazit: Vernetzung und Wissen erhöhen die Versorgungsqualität 

Tele-Anwendungen tragen im Gesundheitssystem dazu bei, dass Patienten umfassender, schneller und präziser diagnostiziert, versorgt und therapiert werden können. Durch die vielen Übertragungsmöglichkeiten gibt es mittlerweile in fast jedem Teilgebiet der Medizin telemedizinische Alternativen oder Ergänzungsangebote. Gleichzeitig fallen durch die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung auch viele Kosten wie z.B. die für Anfahrtswege weg. 

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