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Bagger verteilt Müll auf einer Deponie, Möwen umkreisen die Szene.

Wie Einzelhändler Lebensmittelabfälle verringern

Lebensmittel im Wert von rund 1,1 Billionen Euro landen jedes Jahr im Müll, obwohl sie noch genießbar sind. Diese Ressourcenverschwendung ist eine riesige Herausforderung für Umwelt und Gesellschaft. Auch Supermärkte entsorgen Lebensmittel, obwohl es noch nicht nötig wäre. Sei es aufgrund leichter Schönheitsmakel, neuer Waren oder einem abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum. Mit intelligenten Lösungen können Händler ihre eigenen Lebensmittelabfälle reduzieren und vor allem Verbrauchern dabei helfen, weniger Nahrungsmittel wegzuwerfen. 

1,6 Milliarden Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Müll, was einem Drittel der gesamten Produktion entspricht. Der sogenannte „Food Waste” zieht vom Anbau bis zum Endverbraucher eine enorme Verschwendung von Strom, Wasser und weiteren Rohstoffen mit sich, da die Produkte letztlich nicht verzehrt werden. Hochrechnungen zufolge beanspruchen Lebensmittel, die später ungenutzt entsorgt werden, fast 30 Prozent der weltweiten Anbauflächen. Hinzu kommt der CO2-Ausstoß, den die Lebensmittel ohne Endverwertung verursacht haben. Allein die dadurch bedingten Emissionen der EU sind so hoch wie der gesamte Ausstoß klimaschädlicher Gase in den Niederlanden. 

Der Einzelhandel hat eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung 

Etwas überraschend fallen nur 5% der Lebensmittelabfälle in der EU im Bereich des Groß- und Einzelhandels an. Dennoch sollten Einzelhändler nicht unterschätzen, dass sie auf vielfältige Weise einen großen Beitrag leisten können, Lebensmittelabfälle in Deutschland zu reduzieren – und so für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Einerseits entsprechen die 5% mit rund 4,4 Millionen Tonnen immer noch einer riesigen Menge. Andererseits hat der Einzelhandel durch seine direkte Geschäftsbeziehung zum Endkonsumenten auch einen großen Hebel, um auf dessen Verhalten einzuwirken. Die wachsende Menge der verschwendeten Lebensmittel ist laut einem Bericht der EU Kommission oftmals darauf zurückzuführen, dass Kunden die Frische nicht richtig einschätzen und unsicher wegen des Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatums sind.   

Regionale Produkte sind im Trend 

Um lange Transportwege und Zwischenlagerungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, verstärkt auf lokale Waren zu setzen. Sowohl Händler als auch Kunden wissen, dass sie die Ware frisch beziehen und vergleichsweise lange aufbewahren können. Entsprechend gekennzeichnete Lebensmittel erfreuen sich großer Beliebtheit und werden schnell verkauft. Händler profitieren finanziell von der großen Nachfrage regionaler Lebensmittel, die darüber hinaus der Reputation zugute kommen. 

Waren mit optischen Mängeln nicht vorschnell entsorgen 

Obwohl viele Verbraucher großen Wert auf ästhetisch ansprechende Produkte legen, sollten Händler versuchen, auch Lebensmittel mit Abstrichen in der B-Note möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Das vorschnelle Wegwerfen ist meist unnötig, da optische Mängel kein Hinweis auf eine verringerte Qualität sein müssen. Stattdessen gilt es, Kunden über die Qualität entsprechender Produkte zu informieren und die Gleichwertigkeit, unabhängig vom optischen Erscheinungsbild, zu betonen. 

Wertschätzung für Lebensmittel vorleben 

Händler können mit gutem Beispiel vorangehen und den Wert von Nahrungsmitteln gegenüber Verbrauchern kommunizieren. Neben dem schon angesprochenen Angebot ästhetisch beeinträchtigter Waren funktioniert das beispielsweise auch über die Unterstützung von Initiativen, die sich gegen Lebensmittelverschwendung engagieren. Dazu zählt etwa „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Verbraucher wie Händler erhalten darüber Tipps, wie weniger Lebensmittelabfälle entstehen. Der Einzelhandel kann übrige Lebensmittel zudem von der Tafel Deutschland abholen lassen, die dadurch bedürftigen Menschen hilft.

Für Restaurants, Imbisse und Cafés empfiehlt sich zudem die Teilnahme bei Anbietern wie „Too Good to Go“, wo sie überzählige Speisen kurz vor Ladenschluss für Nutzer der Plattform vergünstigt anbieten können. Kunden sehen über die App, welche Gastronomiebetriebe in der Nähe teilnehmen. 

Theke mit abgepackten Lebensmitteln
Zu viele noch genießbare Lebensmittel landen im Müll. Mittels anschaulicher Präsentation und übersichtlicher Kennzeichnung können Einzelhändler diesem Trend entgegenwirken. 

Plastik durch unverpackte Lebensmittel reduzieren 

Neben den immer beliebteren Unverpacktläden ergeift auch der konventionelle Einzelhandel in den letzten Jahren immer mehr Maßnahmen, um die Wiederverwendung von Plastik voranzutreiben und den Bedarf an Plastik zu senken. Insbesondere bei Verpackungen von Obst und Gemüse gibt es nach wie vor viele Möglichkeiten, den Plastikbedarf zu reduzieren oder ganz auf Kunststoff zu verzichten. Rewe beispielsweise bietet in ausgewählten Märkten fast alle Bio-Obst- und Gemüsesorten ohne Plastikverpackung oder zumindest mit plastikreduzierten Hüllen an. Nur besonders empfindliche Waren wie Beeren oder Feldsalat sind nach wie vor eingeschweißt. Zudem sollen Knotenbeutel für Äpfel, Kartoffeln oder Tomaten möglichst flächendeckend durch nachhaltige Mehrwegnetze ersetzt werden. Laser-Etikettierungen für Obst oder Gemüse helfen zusätzlich dabei, den Bedarf an Verpackungen zu senken, da die Beschriftung direkt auf die Schale kommt. 

Mit innovativen Kennzeichnungslösungen zu mehr Nachhaltigkeit 

Bereits seit einiger Zeit wird an neuen Etiketten geforscht, die Konsumenten Informationen über den Zustand von Lebensmitteln in Echtzeit bereitstellen. Diese Etiketten sind mit Sensoren ausgestattet, die ihre Farbe ändern, wenn der Inhalt abläuft. Oder wie im Fall der "Bump"-Etiketten ändern sie ihre Beschaffenheit, wenn die Ware schlecht wird. Auch wenn die Ansätze vielversprechend erscheinen, haben sich die Innovationen aus mehreren Gründen noch nicht im Markt etablieren können. Umso wichtiger ist es, dass Einzelhändler die etablierte Kennzeichnungslösungen bestmöglich nutzen, um Waren entsprechend zu bewerben und Kunden mit ausreichend Informationen auszustatten.   

Im Hintergrund müssen vernetzte Systeme in den Bereichen Warenwirtschaft, Kasse und Logistik für die Verwaltung des Lagerbestands in Echtzeit sorgen. Dazu gehört auch ein automatisierter Überblick von Lebensmitteln, die sich der MHD-Grenze nähern. Diese Waren wiederum müssen entsprechen schnell und flexibel gekennzeichnet werden, damit der Kunde darauf aufmerksam wird. Neben einem reduzierten Preis sind vor allem auch Informationen zur Haltbarkeit hier von großer Bedeutung. Entsprechende Etikettendrucker müssen nahtlos in die Software eingebunden werden und zuverlässig kennzeichnen.  

Warum sich die Eigeninitiative von Händlern auch finanziell lohnt 

Unternehmen, die Initiativen zur Verringerung von Lebensmittelabfällen durchführen, profitieren mit größerer Wahrscheinlichkeit auch finanziell von ihren Maßnahmen. Untersuchungen des World Resources Institute (WRI) und des Waste & Resources Action Programme (WRAP) haben ergeben, dass die meisten Unternehmen für jeden in die Reduzierung von Lebensmittelabfällen investierten Dollar 14 Dollar oder mehr einsparen. Initiativen zur Bewirtschaftung von Lebensmittelabfällen verbessern auch den Ruf Ihrer Marke, da das Thema in der Öffentlichkeit einen immer höheren Stellenwert hat. Im Jahr 2021 sind 66 % der europäischen Verbraucher bereit, ihre Ernährung auf mehr Nachhaltigkeit umzustellen. Diese Bereitschaft hat sich während der Pandemie noch verstärkt, denn 37 % der Verbraucher weltweit gaben an, dass ihr Interesse an nachhaltigen Produkten zugenommen hat.

Letzten Endes wird die Einführung neuer Lösungen und das Hinterfragen des Kundenverhaltens die Lebensmittelverschwendung zwar nicht gänzlich beseitigen, aber es ist ein guter Anfang für den Geschäftsbetrieb und Ihren Gewinn. Erfahren Sie mehr über unsere Kennzeichnungslösungen für Einzelhandel und Lebensmittelbranche. 

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