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Mann untersucht Kabelstränge in einem Verteilerschrank

IT-Verkabelung kennzeichnen: Am besten systematisch und mit Farbcodierung

Jede Verkabelung benötigt in Deutschland eine Kennzeichnung der Kabel, Leiter und Bauteile. Normen geben für die jeweiligen Gewerke und Anlagen vor, wie diese Beschriftung auszusehen hat. Für alle gilt: Eine genaue Zuordnung der Komponenten erleichtert Wartung, Fehlersuche und Reparatur. Setzt der Betreiber zudem Farben ein, lassen sich Kabel und Komponenten schneller zuordnen.

Im Umfeld der Elektroinstallation sowie bei Industrie- und Datenverkabelungen geben jeweils spezifische Normen vor, wie die Beschriftung von Kabeln, Leitungen und Bauteilen aussehen sollte. Hier nur eine Auswahl der wichtigsten:

  • DIN EN 60445 (VDE 0197): 2018-02: Grund- und Sicherheitsregeln für die Mensch-Maschine-Schnittstelle
  • DIN VDE 0293-1 für Starkstromkabel und isolierte Starkstromleitungen mit Nennspannungen bis 1000 V
  • DIN EN 61439-1 für Niederspannungsschaltgerätekombinationen
  • DIN EN 60204-1 für elektrische Maschinen
  • DIN EN 62491 für Kabel und Leitungen bei industriellen Systemen, Anlagen, Ausrüstungen und Industrieprodukten
  • CENELEC HD 60364-5-51: 514.1–514.4 für IT-Equipment
  • EN 50174-1: Informationstechnik – Installation von Kommunikationsverkabelung, Teil 1: Installationsspezifikation und Qualitätssicherung
  • ANSI TIA 606-C zur Kennzeichnung von Kommunikationsverkabelungen, die auch in deutschen Rechenzentren genutzt wird

In Zähler- und Verteilerschränken bringt der Installateur in der Regel Stromkreisbeschriftungsblätter an und nummeriert die Reihenklemmen entsprechend. Dann kann ein anderer Installateur oder jemand, der die Verbräuche ablesen soll, die Anschlüsse und Zähler eindeutig zuordnen. Auch alle Kabel, die in die Schränke führen, sind entsprechend zu beschriften. Bei Industrieanwendungen müssen an den Steuerschränken und Schaltfeldern ebenfalls die Schaltpläne zur Verfügung stehen. Hier geht es darum, die elektrischen Zusammenhänge sichtbar zu machen, die für Schalthandlungen wichtig sind.

Beispiel IT-Verteilerschränke

Bei IT- und Kommunikationsnetzen ist dies so nicht mehr möglich. Hier sind nur die Komponenten und Anschlüsse gekennzeichnet. Die konkreten Zusammenhänge sind in der zugehörigen Netzwerkdokumentation erfasst. Denn in Rechenzentren und Etagenverteilern werden zahlreiche Kabel in die Schränke geführt und enden dort als Anschluss in einem Patchfeld. Sollten aktive Geräte im Schrank integriert sein, werden auch deren Netzwerkverbindungen zu einem Ausgang (Port) im Patchfeld geführt. Über dieses Patchfeld können dann zum Beispiel Verbindungen von einem Arbeitsplatz zu einem Server hergestellt werden, indem ein dünnes Patchkabel vor dem Patchfeld die zugehörigen Ausgänge (Ports) miteinander verbindet. Zieht das Büro des Mitarbeiters um, wird das Patchkabel in den entsprechenden Port des neuen Arbeitsplatzes umgesteckt. In ähnlicher Weise sind alle IT-Geräte, auch Komponenten wie WLAN Access Points sowie mittlerweile immer mehr Komponenten der Gebäude- und Industrieautomation wie Funkgateways und Industriesteuerungen miteinander vernetzt.

Mann untersucht Kabelstränge in einem Verteilerschrank
Zwei Hände kleben ein Etikett um ein Netzwerkkabel um es zu kennzeichnen.
Dank der mehrfach bedruckten Umlaufetiketten wird das Patchkabel so gekennzeichnet, dass man die Beschriftung von allen Seiten gut lesen kann.  

Entsprechend dicht gepackt sind die Netzwerkverteilerschränke. Oft lassen sich die Leitungen, die von unten oder oben in den hinteren Schrankbereich geführt werden, kaum noch bewegen. Vorne stecken die Patchkabel Reihe für Reihe dicht gedrängt in den Patchfeldern. Diese Kabel sollten ordentlich zur Seite geführt sein, damit das Wartungspersonal an die einzelnen Stecker herankommt. Besonders bei hohen Packungsdichten ist es wichtig, dass die Verkabelung gut dokumentiert und vor Ort auch klar und übersichtlich beschriftet ist. Denn jeder Firmenangestellte ist in darauf angewiesen, dass sein Rechner korrekt mit dem Rechenzentrum verbunden ist. Zieht das Wartungspersonal bei einem Umzug einen falschen Stecker, ist damit ein Gerät vom Netz genommen und schlimmstenfalls ist das ein Serveranschluss.

Dies gilt es auf jeden Fall zu vermeiden, besonders angesichts der Tatsache, dass in IT-Netzen häufig umgesteckt wird. Anlässe sind interne Umzüge, ein Geräteaustausch oder die Einführung neuer Anwendungen und Systeme. Deshalb ist ein klares, durchgängiges Bezeichnungssystem sehr hilfreich und steigert die Verfügbarkeit des Netzes. Diese Bezeichnungen sollten sich genauso auch in der Dokumentation wiederfinden und durchgängig für alle Anschlüsse, Ports und Kabel gelten.

Durchgängiges Bezeichnungssystem – zum Beispiel nach ANSI TIA 606-C

Aus diesem Grund nutzen viele IT-Abteilungen für ihre Kommunikationsverkabelung auf dem Firmengelände eine Systematik für die Beschriftung sowie eine Farbcodierung, wie sie die ANSI TIA 606-C vorschlägt. Damit werden auch die Vorgaben der EN 50174-1 erfüllt. Für die Beschriftung der Kabel schlägt die amerikanische Norm vor, systematisch Abkürzungen für Komponenten wie Schränke, Racks, Anschlussdosen und Räume festzulegen. Die Patchfelder sowie deren Ports werden jeweils nummeriert. Die Kabel im Rechenzentrum erhalten dann zum Beispiel eine Beschriftung, die angibt, von welchem Schrank, Patchfeld und Port zu welchem Schrank, Patchfeld und Port sie geführt sind. Kommt das Kabel aus einem anderen Raum, ist eine Link-Kennung anzugeben sowie der genaue Ort für den Anschluss im Rechenzentrum. Auch die einzelnen Patchfelder erhalten Beschriftungen: Hier steht dann jeweils über den Ports, um welchen Schrank und um welches Patchfeld es sich handelt und welche Portnummern davon mit welchen Ports eines Patchfelds in welchem Schrank verbunden sind.

Damit man die Verkabelung durchgängig nach ANSI TIA 606-C oder EN 50174-1 dokumentieren kann, benötigen folgende Elemente eine klar ersichtliche Kennzeichnung:

  • der Telekommunikationsraum,
  • die Zonen oder Bereiche des Rechenzentrums,
  • die Racks und Schränke,
  • die Patchfelder,
  • die Anschlüsse,
  • die Verkabelung,
  • die Gänge,
  • die Ausgänge/Ausfahrten von Arbeitsbereichen, 
  • die Erdungsschienen und
  • die Standorte von Brandschutzvorrichtungen.

Farbcodierung für den schnellen Überblick

Eine zusätzliche Farbcodierung vereinfacht die Verwaltung und verschafft vor Ort einen besseren Überblick. Sie erleichtert es Installateuren und dem Wartungspersonal, bestimmte Kabel zu selektieren und nachzuverfolgen. Laut TIA soll über die Farbgebung angezeigt werden, welche Funktion die Kabel haben oder für welche Art von Verbindung sie genutzt werden. So kann der Betreiber zum Beispiel unterschiedliche Farben für Storage-, Telefon- und Datenverbindungen nutzen oder auch für bestimmte Servergruppen. Darüber hinaus werden Rechenzentren oft über zwei Stromkreise gespeist, um die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Auch hier bietet es sich an, den Kabeln unterschiedliche Farben zuzuweisen.

Die größte Sichtbarkeit erreicht der Betreiber mit entsprechend eingefärbten Kabeln und Patchkabeln. Manche Hersteller bieten auch farbige Markierungen für die Stecker der Patchkabel an. Die einfachste Umsetzung gerade für bestehende Systeme ist die Verwendung von farbigen Kabelbindern oder Klettbändern und Etiketten. Damit man auch auf den Kabeltrassen einzelne Kabelstränge und Leitungsbündel auf einen Blick zuordnen kann, sollten auch diese an Abzweigungen und anderen markanten Punkten der Verkabelung gekennzeichnet sein. Auch hier bieten sich farbige Kabelbinder oder Klettbänder mit entsprechenden Kennzeichnungsetiketten an.

Verteilerblock mit diversen Netzwerkkabeln in Ports. Farbige Etiketten zur Kennzeichnung.
Für einen reibungslosen Betrieb inklusive Wartung sollten Ports und Patchkabel an Netzwerkverteilern in Serverschränken systematisch und nach einer Farbcodierung gekennzeichnet sein.  

Beschriftung per Handheld-Drucker und Etikett

In der Regel wird bei Verkabelungen mit Etiketten gekennzeichnet. Das können Klebeetiketten mit dem Stromlaufplan für einen Unterverteiler oder eine Anlage sein oder auch die kleinen Etiketten für die Reihenklemmen. Bei Kabeln nutzt man oft spezielle Kabelbinder, die mit Etiketten beklebt werden. Je nach Umfeld sind diese Aufkleber und Schildchen mehr oder weniger starken Belastungen ausgesetzt: Im Fertigungsbereich müssen sie fett- und ölbeständig sein, im Außenbereich dagegen hitze-, kälte-und lichtbeständig. Damit sie gut lesbar bleiben, sollten sie auch abriebfest sein. Brother bietet zum Beispiel laminierte Schriftbänder an, bei denen insgesamt sieben Schichten die Beschriftung vor all diesen Umwelteinflüssen schützen.

Der zugehörige Handheld-Drucker sollte sich per WLAN oder USB mit einem Rechner, Tablet oder Smartphone verbinden können und die dort erstellten Texte und Zeichen auf Etiketten ausdrucken können. Benutzt ein Unternehmen ein Facility- oder Infrastrukturmanagementsystem, können so auch die Bezeichnungen aus dem System auf den Drucker übertragen werden. Parallel dazu sollte mit dem Handheld-Drucker auch eine autarke Beschriftung vor Ort möglich sein. Brother bietet für seine Beschriftungsgeräte darüber hinaus zum Beispiel noch eine spezielle App für das Elektrohandwerk an, mit Vorlagen für die Beschriftung von Verteilern, Anschlüssen oder Kabeln.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sich das Beschriftungsgerät einfach und schnell bedienen lässt und immer griffbereit ist. Denn das Wichtigste ist, dass bei Änderungen die Beschriftung sowie die zugehörige Dokumentation stets korrekt und auf dem aktuellen Stand sind. Denn fehlerhafte oder veraltete Beschriftungen und Dokumentationen kosten im Service-Fall viel Zeit und Nerven.

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Kennzeichnungen für Elektrohandwerk und Netzwerktechnik

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