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Drei Frauen sitzen am Tisch mit Laptops und lachen.

Der Weg zu einer besseren Work-Life-Balance

Arbeitskulturen in Europa

Laut World Happiness Report 2019 fühlen sich die Menschen in Finnland, Dänemark, Norwegen und Island am glücklichsten. Eine mögliche Ursache für das Glücklichsein ist laut der aktuellen OECD-Studie eine bessere Work-Life-Balance – das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit. Wenn Angestellte weniger arbeiten, haben sie mehr Zeit für ihr Privatleben und sind körperlich sowie mental gesünder. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich die Arbeitskultur in verschiedenen europäischen Ländern gestaltet und was wir von ihnen lernen können.

Unterschiede in der Arbeitskultur innerhalb Europas

Der frühe Vogel fängt den Wurm – das gilt vor allem für die deutsche Arbeitskultur. Hierzulande beginnen manche Arbeitnehmer ihre Tätigkeit bereits um 6 Uhr morgens. Dafür beenden sie ihren Arbeitstag am frühen Nachmittag und können die restlichen Stunden des Tages für Familie und Freizeit nutzen.

In Frankreich gibt es seit 2017 ein Gesetz, das Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten verpflichtet, die Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter auf feste Zeiten zu begrenzen. Das heißt: Innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens sollten Angestellte berufliche E-Mails weder lesen noch schreiben. Damit sollen Arbeitnehmer vor Erkrankungen wie dem Burnout-Syndrom geschützt werden. In Deutschland haben einige Unternehmen bereits eine solche E-Mail-Sperre nach Feierabend eingerichtet – freiwillig.

Finnland setzt den Fokus auf Familien: Väter können bis zu neun Wochen Elternzeit nehmen und erhalten währenddessen 70 Prozent ihres Gehalts. Hierzulande haben Väter sogar auf bis zu 36 Monate Elternzeit Anspruch und bekommen zumindest zwölf Monate lang 65 bis 67 Prozent ihres Gehalts.

Norwegen ist nicht nur für seine ausgesprochen pünktliche Arbeitsmoral bekannt, sondern auch dafür, dass die Mitarbeiter Telefonkonferenzen gegenüber persönlichen Treffen bevorzugen. Die Zeitersparnis geht zugunsten der Work-Life-Balance. In diesem Punkt können deutsche Unternehmen von ihren nordeuropäischen Nachbarn noch etwas lernen.

Arbeitszeiten im europäischen Vergleich

Auch im Hinblick auf die Arbeitszeiten gibt es Unterschiede innerhalb Europas. Bei der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit liegt Deutschland mit 34,9 Stunden unterhalb des europäischen Mittels. Mit 30,4 Stunden pro Woche arbeiten die Menschen in den Niederlanden am wenigsten. Arbeitnehmer haben dort die Möglichkeit, auf Teilzeit umzustellen – bei einer gleichbleibend hohen Arbeitsproduktivität. In Spanien spielen eher klimatische Bedingungen eine Rolle bei der Arbeitszeit: Im Sommer wird aufgrund der hohen Temperaturen weniger gearbeitet, im Winter dagegen etwas länger.

Durchschnittliche Wochenarbeitszeit:

  • Europäische Union (28 Länder): 37,1 Stunden
  • Griechenland: 42,0 Stunden
  • Bulgarien: 40,0 Stunden
  • Polen: 39,4 Stunden
  • Island: 39,1 Stunden
  • Frankreich: 37,3 Stunden
  • Finnland: 36,8 Stunden
  • Deutschland: 34,9 Stunden
  • Norwegen: 33,8 Stunden
  • Dänemark: 33,2 Stunden
  • Niederlande: 30,4 Stunden
Drei lachende Männer schauen auf einen Laptop Bildschirm.
Dank flexibler Arbeitszeiten können Angestellte Beruf und Privates besser vereinen

Kürzere Arbeitswochen für mehr Work-Life-Balance

Was lässt sich aus diesem Vergleich europäischer Arbeitskulturen ableiten? Der Trend in Europa geht in Richtung einer kürzeren Arbeitswoche – nicht zuletzt, um die Work-Life-Balance zu stärken. Eine Studie des HR-Experten ADP ergab, dass 56 Prozent der europäischen Arbeitnehmer eine Vier-Tage-Woche bevorzugen würden. 13 Prozent würden dabei sogar Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Ihnen geht es darum, Berufs- und Privatleben stärker in Einklang miteinander zu bringen.

Auch Unternehmen haben erkannt, dass eine gute Work-Life-Balance die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter im Job erhöht. In ihrer Freizeit haben sie dann mehr Zeit für soziale Kontakte, Hobbies und ehrenamtliches Engagement. Im Gegensatz dazu senken lange Arbeitszeiten die Produktivität und erhöhen das Fehler- und Unfallrisiko.

Ein optimales Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die Unternehmen und Mitarbeiter umsetzen können, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu finden.

Tipps für Unternehmen:

  • flexible Arbeitszeiten statt Nine-to-Five (z. B. Gleitzeit, Home Office oder Sabbatical)
  • Gesundheitsvorsorge (z. B. gesunde Kantinenversorgung, Grippeimpfungen, Rückenschule-Kurse)
  • Kinderbetreuung vor Ort
  • Sportkurse im Betrieb oder Vorteilstarife im Fitnessstudio

Tipps für Arbeitnehmer:

Auch ein 20-minütiger Spaziergang im Grünen senkt das Stresslevel. Hier können wir von den Finnen lernen: Sie lieben ihre Wälder und Seen und gehen gern in der Natur wandern, um sich zu entspannen. Das ist einer der Gründe, warum sie so glücklich sind. So ist selbst in Japan heilsames Waldbaden zu einem aktuellen Trend geworden, der sich aufgrund des stressigen Arbeitsalltags entwickelt hat.

Mehr Zufriedenheit im Job durch New Work

Die Digitalisierung ermöglicht neue Arbeitszeitmodelle und ortsunabhängige Tätigkeiten. Durch diese New-Work-Modelle kann die Arbeitszeit effektiver genutzt werden. Wie einige Studien belegen, ist die Produktivität bei einem Sechs-Stunden-Tag genauso hoch wie bei einem Acht-Stunden-Tag. Die Niederlande machen es bereits vor. Auch sie gehören zu den glücklichsten Nationen der Welt.

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