Hessische Designstudenten werben an japanischen Hochschulen im Rahmen des Deutschlandjahrs in Japan für den Studienstandort Hessen; auch mit dem Ziel, langfristige Beziehungen und Wissenstransfer zwischen den Universitäten in Japan und Hessen zu etablieren. Das Projekt zur Präsentation hessischer Designhochschulen wird vom Land Hessen unterstützt.
Bad Vilbel im September 2005: Im Auftrag der Hessischen Landesregierung startet eine Gruppe hessischer Designstudenten anlässlich des Aktionsjahrs 'Deutschland in Japan 2005/2006' auf Werbemission ins Land der aufgehenden Sonne. Als Partner aus der Wirtschaft unterstützt der japanische Technologiekonzern Brother, der seinen Deutschlandsitz im hessischen Bad Vilbel hat, das Projekt. Die Gruppe wird auch unterstützt und begleitet von der HESSEN AGENTUR, der neuen Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Hessen, die in Tokyo ein Vertretungsbüro als Anlaufstelle für japanische Investoren unterhält.
Die Hochschule für Gestaltung Offenbach, die FH Darmstadt sowie die Kunsthochschule Kassel gelten als Aushängeschilder hessischer Designausbildung. Gemeinsam werden die drei Hochschulen im November diesen Jahres als 'Botschafter' für den Studienstandort Hessen nach Japan reisen. An den ' ebenfalls designorientierten ' Hochschulen in Tsukuba, Chiba, Kyoto und Fukuoka werden die rund 20 Studierenden und Professoren 'Einen Tag' präsentieren.
'Ein Tag' ist ein gemeinsames Projekt der drei Hochschulen. Anhand eines Tagesablaufes fiktiver Personen entwickeln die drei Projektgruppen in Darmstadt, Kassel und Offenbach typische Lebens-, Arbeits-, Wohn- und Freizeitszenarien, wie sie an den jeweiligen Hochschulstandorten anzutreffen sind. Ausgehend von der gegenwärtigen Situation werden Produktwelten und Systeme zukünftig möglicher Lebenszusammenhänge entworfen.
'Wir gehen davon aus', so Professor Bernhard E. Bürdek an der Hochschule für Gestaltung, der das Projekt ins Leben gerufen hat, 'dass für die japanischen Partner eine explizit europäische Sicht auf mögliche Entwicklungen auch in ihren regionalen Ausprägungen von hohem Interesse ist. Speziell die Lebenswelt junger Menschen sollte betrachtet werden, die den japanischen Studierenden ebenfalls nahe sein dürfte.'
Eine Besonderheit der Hessen: Die Arbeiten zum Projekt 'Ein Tag' werden in Japan als 'Ausstellung im Handkoffer' präsentiert. Die Koffer dienen gleichzeitig als 'Ausstellungsvitrine' und stellen somit besondere Anforderungen an die beteiligten Studenten.
Während des Aufenthalts sollen die jungen Designer nicht nur präsentieren, sondern sich auch von einer Kultur inspirieren lassen, in der seit jeher großer Wert auf Design gelegt wird und die zu den führenden Design-Nationen der Welt gehört. Neue Kontakte und Beziehungen, die zu den dortigen Universitäten geknüpft und etabliert werden können, sollen in Zukunft dem Wissenstransfer zwischen Hessen und Japan Vorschub leisten. Die Studierenden sollen zudem in die Lage versetzt werden, internationale Erfahrungen im späteren Berufsleben einzusetzen.
Auf Einladung von Brother wird die Delegation einen Zwischenstopp in der Unternehmenszentrale in Nagoya einlegen. Brother blickt mit seiner bald 100-jährigen Firmentradition und als eines der ersten exportorientierten Unternehmen Japans auf eine lange Designgeschichte zurück. Dort steht ein Treffen mit Designern auf dem Programm, bei dem der Nachwuchs sehen kann, welche Anforderungen an das Design von Produkten gestellt werden, die zum einen für den globalen Markt entwickelt werden und zum anderen technologischen Notwendigkeiten Rechnung tragen müssen. Brother gehört in Deutschland zu den erfolgreichsten Anbietern von Kommunikationstechnologie und konnte jüngst mit einem der flachsten Multifunktionsgeräte der Welt neue Design-Akzente in der Branche setzen.
Zudem übernimmt Brother die Patenschaft für ein Studienprojekt, welches im Anschluss an die Reise an den drei Hochschulen im Wintersemester 05/06 durchgeführt wird. Durch die praxisbezogene Studie soll den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, unter realistischen Bedingungen vertiefte internationale Berufserfahrungen zu sammeln. Die entsprechend dokumentierten Ergebnisse können die Studierenden später zusätzlich als Referenz für Bewerbungen nutzen.
Während der zusätzlichen Reisen nach Japan zur Zwischen- und Abschlusspräsentation können die frischen Kontakte zu den japanischen Hochschulen sowie die interkulturellen Kompetenzen der Studierenden vertieft werden. 'Multikulturelle Kompetenz ist in einer zunehmend globalisierten Welt ein Schlüsselfaktor für Erfolg ' und kultureller Austausch ein essentieller Beitrag dazu', so Brother-Geschäftsführer Lothar Harbich. 'Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen diese Aktion zu unterstützen', so Harbich weiter.
Weitere Informationen zum Deutschlandjahr in Japan:
www.hessen.jp
www.deutschland-in-japan.de
